A-Z der Augengesundheit

Katarakt - Der Graue Star

(die Schreibweise Cataract ist auch möglich)

Was ist ein Grauer Star?

Die Katarakt (Grauer Star) ist eine Trübung der Augenlinse und die weltweit häufigste Erblindungsursache, wenn sie nicht behandelt wird. Der Graue Star kann in allen Altersstufen auftreten, auch bei Neugeborenen, am häufigsten tritt sie aber im Alter auf: Jeder zweite Mensch über 80 hat einen grauen Star.

Die Kommission für Katarakt und IOL der ÖOG informiert über:

Die Augenlinse funktioniert wie die Linse eines Fotoapparates. Sie fokussiert die einfallenden Lichtstrahlen auf der Netzhaut im hinteren Augenabschnitt und erzeugt dort eine scharfe Abbildung, die in weiterer Folge an das Gehirn weitergeleitet wird. Wenn die Linsentrübung zunimmt, wird das Sehvermögen schlechter.

Wie macht sich der Graue Star bemerkbar?

Erste Anzeichen sind eine Reduktion der Sehschärfe, Blendung, Schwierigkeiten beim Lesen, herabgesetzte Farberkennung oder häufige Änderung der Brillenglasstärke. Ein Grauer Star kann so weit fortschreiten, bis nur noch hell und dunkel unterschieden werden kann. Dazu soll es aber nicht kommen!

Welche Ursachen bzw. Risikofaktoren gibt es?

Der Graue Star kann angeboren, vererbt oder erworben sein. In den meisten Fällen ist es eine Alterserscheinung, aufgrund degenerativer Veränderungen. Leider lässt er sich nicht wirklich vermeiden. Dennoch gibt es einige bekannte Risikofaktoren, wie z.B.: Äußere Einwirkungen (Strahlenbelastung durch UV-Licht, Rauchen, Alkohol, Verletzungen des Auges), aber auch als Begleiterkrankung bei Diabetes Mellitus oder Neurodermitis, aufgrund von Mangelernährung, nach intensiver Kortison-Therapie, nach Augenoperationen, bei Neugeborenen infolge von Mumps- oder Rötel-Infektion.

Was tun bei Grauem Star?

Nur durch die Kataraktoperation kann eine bestmögliche Sehschärfe
zurückgewonnen werden. Bei dieser Operation wird die getrübte Linse mittels Ultraschall- oder Laserchirurgie durch eine künstliche Linse ersetzt. Der stetige Fortschritt in der Augenchirurgie hat dazu geführt, dass die Kataraktoperation zu einem sehr sicheren und erfolgreichen Eingriff für den Patienten geworden ist. Schon kurze Zeit nach der Operation können sich die Patienten über ihr verbessertes Sehen freuen. Ein Verband ist meistens nur kurze Zeit notwendig. Da bis auf Ausnahmen auch Nähte keine Verwendung mehr finden, entfällt deren Entfernung. Zur Nachbehandlung werden lediglich Augentropfen verwendet. Sollten noch zusätzliche Augenerkrankungen bestehen, berät Ihre Augenärztin/ihr Augenarzt Sie gerne ausführlich.

Ablauf einer Kataraktoperation:

  • Betäubung der Augenregion
  • Entfernung der Augenlinse unter Erhaltung der Linselkapsel
  • Implantation einer Kunstlinse in die ursprüngliche Linsenkapsel
  • Nachbehandlung mit Augentropfen

 


© 2018 Rayner Intraocular Lenses Limited

Für jeden dieser Operationsschritte besteht eine Reihe von Variationen und man kann auf eine Vielzahl von Linsenmodellen zurückgreifen. Ihre OperateurInnen verfügen über ein hohes Maß an Spezialwissen, um für Sie in jeder Situation das beste Verfahren zur Behandlung der Katarakt anbieten zu können. Durch die richtige Auswahl der Intraokularlinse ist es auch möglich, Fehlsichtigkeit auszugleichen.

Insbesondere, wenn weitere Augenerkrankungen hinzukommen, die ihrerseits eine Sehverschlechterung hervorrufen können, gewinnt ein individuelles Vorgehen an Bedeutung. Solche Augenerkrankungen sind z.B. das Glaukom (Grüner Star), die Makuladegeneration oder andere Veränderungen der Netzhaut wie sie z.B. bei Diabetes mellitus vorkommen.
Die Kataraktoperation stellt in Summe ein komplexes Verfahren dar. Dazu sind auch eine ausführliche Voruntersuchung mit Spezialmessungen und ein umfassendes ärztliches Gespräch erforderlich. Gerade durch die Empfindlichkeit des Sinnesorgans Auge und die Bedeutung der Sehfunktion, gibt es viele Umstände, die in allen Belangen berücksichtigt werden müssen.

Die Kataraktoperation zählt nicht nur zu den häufigsten medizinischen Eingriffen überhaupt, sondern auch zu den sichersten. Wie bei jeder Operation können - wenn auch selten - unerwünschte Operationsergebnisse auftreten

Komplikationen mit einer vorübergehenden Sehverschlechterung:

  • Trockenes Auge
  • Schwellung der Netzhautmitte
  • Rotes Augen
  • vorübergehende Hornhauttrübung
  • Augendrucksteigerung

Komplikationen mit der Gefahr einer Sehverschlechterung, eventuell auch mit der Notwendigkeit eines zweiten Eingriffes:

  • Glaskörperverlust
  • Infektion
  • Blutung in das Auge
  • bleibende Hornhauttrübung
  • Netzhautabhebung
  • Verschiebung der Intraokularlinse
  • unzureichende Brechkraft der Kunstlinse

In der Regel können diese Komplikationen gut behandelt werden.

Sehvermögen nach der Kataraktoperation

Besteht außer der Katarakt keine weitere Augenerkrankung, führt die Kataraktoperation in fast allen Fällen zur Verbesserung des Sehvermögens. Die Wahrscheinlichkeit, nach dem Eingriff dauerhaft schlechter zu sehen, ist sehr gering.
Eine Eintrübung der verbliebenen Linsenkapsel (Nachstar) kann Monate bis Jahre nach einer Kataraktoperation auftreten und lässt sich gut mit dem Laser behandeln.

Weiterführende Infos: Was kann ich tun?

  • Verzichten Sie auf Nikotin und trinken Sie nur mäßig Alkohol, v.a. während der Schwangerschaft
  • Schauen Sie auf Ihre Augen:
    • Halten Sie Ihre Augen feucht, v.a. bei intensiver Büroarbeit
    • halten Sie die Hygienevorschriften bei Bindehautentzündung ein, um andere nicht anzustecken
    • Schützen Sie Ihre Augen vor Sonnenlicht!
  • Lassen Sie Ihren Augendruck alle zwei Jahre augenärztlich kontrollieren!
    Link zu Arztfinder

Autor: Prim. Univ. Prof. Dr. Michael Amon (Vorsitzender der Kommission)