A-Z der Augengesundheit

Rosacea

chronische Entzündung der Haut

Was ist die Rosacea?

Rosacea ist eine chronische Entzündung der Haut vor allem im Bereich des Gesichtes und des Halses. Ein rötlicher Ausschlag steht hierbei meist im Vordergrund. Kommt es im Rahmen einer Rosazea zu einer Augenbeteiligung spricht man von einer okulären Rosacea. Diese tritt etwa in 20% der Fälle vor der Hautbeteiligung auf und ist somit der einzige Hinweis auf das Vorliegen einer Rosacea zu diesem Zeitpunkt. Die Ursache der Rosacea ist noch nicht gänzlich geklärt und scheint durch Zusammenwirkung zahlreicher Faktoren bedingt zu sein.

Die Kommission für trockenes Auge und Oberflächenerkrankungen der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft informiert über Hintergrund, Symptome, Diagnostik und Therapie einer häufigen Erkrankung

Beschwerden

Am häufigsten sind Patienten zwischen dem 30 und dem 60 Lebensjahr betroffen und Frauen betrifft es häufiger als Männer. Typischerweise ist ein fleckförmiger, rötlicher Ausschlag mit Papeln und Pusteln, vermehrt im Bereich der Wangen, der Nase sowie der Stirn zu beobachten. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zur Entwicklung des sogenannten Rhinophyms (Knollennase), eine knotige Verdickung der Nasenhaut, kommen. Eine beidseitige, chronische Lidrandentzündung ist die charakteristische Erscheinungsform bei Beteiligung des Auges. Sehr oft leiden die Patienten unter wiederholt auftretenden Hagelkörnern (Chalazion). Durch Beteiligung der Bindehaut klagen die betroffenen Patienten häufig über trockene, brennende oder schmerzende Augen, sowie Rötung und Schwellung der Bindehaut. In etwa einem Drittel der Patienten kommt es zur Beteiligung der Hornhaut. Zunächst ist die Entzündung auf die äußerste Schicht, das Hornhautepithel, begrenzt und vor allem periphere kleine Trübungen der Hornhaut sind hierbei charakteristisch. Bei schweren Verlaufsformen kann es zu Vernarbungen der Hornhaut und zu schweren Entzündungen und Infektionen kommen.

Therapie

Die antientzündliche Therapie der Erkrankung stellt einen wichtigen Eckpfeiler der Behandlung dar. Dabei wird der entzündungshemmende Effekt der Tetrazykline, eine Gruppe innerhalb der Antibiotika, eingesetzt. Diese müssen meist über mehrere Wochen eingenommen werden. Zusätzlich werden von Dermatologen lokal angewendete Präparate zur weiteren Behandlung der Hautbeteiligung eingesetzt.
Bei Vorliegen einer okulären Rosacea können je nach Augenbefund entzündungshemmende Kortison- oder Cyclosporin A- Augentropfen , nach Ausschluss infektiöser Ursachen (z.B bakterielle Infektionen) erforderlich sein. Die Anwendung von warmen Umschlägen an den Augenlidern und Lidmassagen spielt eine wichtige Rolle in der Langzeitbehandlung der Lidrandentzündung. Befeuchtende Augentropfen mehrmals täglich lindern die Beschwerdesymptomatik und können den Heilungsprozess weiter fördern.

Autor: Priv.-Doz. Dr. Stefan Palkovits