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Netzhautablösung

Die Netzhautablösung (Ablatio retinae) ist eine das Sehvermögen massiv bedrohende, nicht schmerzhafte Erkrankung, die unbehandelt zur Erblindung führen kann. Eine rasche augenärztliche Untersuchung und Behandlung ist notwendig.

Die Netzhautkommission der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft informiert:

Die Symptome einer sich entwickelnden Netzhautablösung sind:

  1. Lichtblitze, die typischerweise vor einem Auge bemerkt werden.
  2. Plötzlich im Blickfeld auftretende Trübungen oder Schlieren, die als Punkte, Fäden, spinnwebartige oder wolkige Gebilde wahrgenommen werden können.
  3. Zunehmender Schatten, der das Blickfeld einschränkt
  4. Die Veränderungen sind nicht schmerzhaft

Ursache

Die Netzhaut besteht größtenteils aus Nervenzellen und ist über den Sehnerven direkt mit dem Gehirn verbunden. Sie kleidet das Innere des Auges aus und wandelt einfallende Lichtimpulse in Nervensignale um, die an das Gehirn weitergeleitet werden. Löst sich die Netzhaut (Retina) von der Augeninnenwand ab, so geht diese - für das Sehen entscheidende Funktion – verloren. Der Grund für eine solche Ablösung sind in der Regel Risse oder Löcher in der Netzhaut. Gelangt Flüssigkeit durch diese Löcher unter die Netzhaut, so kann sich diese ablösen. Die Netzhautablösung stellt eine das Sehvermögen massiv bedrohende Erkrankung dar.

Therapie

Risse und Löcher in der noch nicht abgelösten Netzhaut werden in der Regel mit dem Laser oder mittels Kältesonde behandelt. Dabei werden Laserherde am Rand der Defekte gesetzt, um diese abzusichern und eine Netzhautablösung zu verhindern.
Im Fall einer bereits eingetretenen Netzhautablösung kommen – je nach Ausprägung und Schweregrad – unterschiedliche operative Methoden zur Anwendung. Das Spektrum reicht vom Aufnähen einer Silikonschaumplombe oder eines Umschnürungsbandes (Cerclage) bis hin zu Eingriffen, bei denen das Augeninnere mit Silikonöl oder Gas gefüllt werden muss.

Weiterführende Infos

Um eine frühzeitige Behandlung von Netzhautveränderungen zu ermöglichen und eine Netzhautablösung verhindern bzw. rechtzeitig behandeln zu können, ist es äußerst wichtig, dass Sie beim Auftreten der oben beschriebenen Symptome sofort einen Augenarzt/ärztin aufsuchen.
Personen mit höherem Risiko für eine Netzhautablösung (Kurzsichtigkeit, Vorkommen von Netzhautablösungen in der Familie, nach Verletzungen, Netzhautablösung am anderen Auge, nach einer Operation des grauen Stars) sollten eine Untersuchung des Augenhintergrundes durch den/die Augenfacharzt/ärztin schon vorsorglich zumindest einmal jährlich in Anspruch nehmen.

Autoren: Univ.- Prof. Dr. Yosuf El-Shabrawy, Univ.-Prof. Dr. Christoph Scholda, Priv.-Doz. Dr. Stefan Egger, Univ.-Prof. Dr. Stefan Mennel (Netzhaut-Kommission)