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Kontaktlinsen (Haftschalen)

Kontaktlinsen oder auch Haftschalen genannt sind Korrekturlinsen aus Kunststoff, die direkt aufs Auge aufgesetzt werden und auf der dünnen Schicht des Tränenfilms auf Hornhaut und teilweise Bindehaut aufschwimmen.

Die Vereinigung kontaktlinsenanpassender Augenärzte Österreichs informiert:

Kontaktlinsen dienen in erster Linie der Korrektur von Fehlsichtigkeit wie Myopie (Kurzsichtigkeit), Hyperopie (Weitsichtigkeit), Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) und Presbyopie (Altersweitsichtigkeit).


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Vorteile:

Viele Menschen entscheiden sich aus ästhetischen Gesichtspunkten für das Tragen der praktisch unsichtbaren Kontaktlinsen. Andere schätzen verschiedene optische oder funktionelle Vorteile im Vergleich zu Brillen: Eine bessere Sehschärfe durch Vermeiden der brillentypischen Bildverkleinerung bei Kurzsichtigkeit, beidäugiges Sehen bei hoher Ungleichsichtigkeit und Ausgleich von irregulärer Hornhautverkrümmung.
Ganz allgemein ermöglichen Kontaktlinsen ein besseres peripheres Sehen und sie beschlagen nicht. Das macht sie besonders geeignet für Sport- und Freizeitaktivitäten; zudem sind Kontaktlinsenträger frei in der Wahl ihrer Sonnen-, Schutz-, Schwimm- oder Taucherbrillen, ohne dass diese optisch eingeschliffen werden müssten.

Kontaktlinsen für therapeutische Zwecke:

Kontaktlinsen werden jedoch auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt, wie z.B. im Rahmen der Myopiekontrolle und bei Keratokonus und Keratoglobus sowie als Verbandlinse bei Hornhauterosionen, als Medikamententräger und zur Amblyopieprophylaxe bei Kleinkindern nach Kataraktoperation.

Zuletzt kann man mit bemalten Kontaktlinsen eine künstliche Pupille schaffen (zur Minderung krankhafter Blendempfindlichkeit) oder entstellende Hornhautnarben verdecken.

Es gibt Kontaktlinsen in unterschiedlichen Materialien und Technologien. So wird grundsätzlich zwischen formstabilen und weichen Kontaktlinsen unterschieden. Hybridlinsen vereinen beide Materialen. Sklerallinsen sind spezielle formstabile an der Sklera anliegende Kontaktlinsen, die bei höheren Fehlsichtigkeiten und nach Hornhauttransplantationen verwendet werden.

Orthokeratologie-Kontaktlinsen werden in der Nacht getragen und verformen das Epithel der Hornhaut sodass untertags keine Kontaktlinsen oder Brillen getragen werden müssen. Dies ist jedoch nur bei mäßiger Fehlsichtigkeit anwendbar.

Entscheidend ist bei allen Kontaktlinsen die sorgfältige Anpassung an die individuellen Gegebenheiten des Auges. Zu groß, zu klein oder zu eng gewählte Kontaktlinsen können schwere Schäden an der Augenoberfläche hinterlassen. Falsche Pflege kann zu schweren Kontaktlinseninfektionen führen. Eine Anpassung durch den Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie ist empfehlenswert.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage der kontaktlinsenanpassenden Augenärzte unter https://www.augenkontakt.at/

Ein Beitrag der Vereinigung kontaktlinsenanpassender Augenärzte Österreichs.