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Gleitsichtbrille

Eine Gleitsichtbrille ist ein optisches Spezialglas mit dem gleitzeitig mehrere Arten der Fehlsichtigkeit ausgeglichen werden können

Eine Gleitsichtbrille ist ein optisches Spezialglas mit dem gleitzeitig mehrere Arten der Fehlsichtigkeit ausgeglichen werden können (z.B. Kurzsichtigkeit und Alterssichtigkeit). Üblicherweise findet sich im oberen Bereich der Brille die notwendige Brillenstärke für ein scharfes Sehen in der Ferne, im unteren Bereich die Brillenstärke zum Lesen. Zwischen diesen Bereichen gibt es eine Übergangzone, welche das scharfe Abbilden von Objekten in allen dazwischenliegenden Bereichen ermöglicht.

Vorteile: Ausgleich von mehreren Fehlsichtigkeiten gleichzeitig, optisch schönes Glas ohne Übergangskante, großer Behandlungsbereich – auch starke Kurz- oder Weitsichtigkeiten und Stabsichtigkeiten können ausgeglichen werden, scharfes Sehen in vielen Bereichen

Nachteile: gerade zu Beginn für manche Patienten gewöhnungsbedürftig, da mitunter vermehrte Kopfbewegungen notwendig sind, um jeweils durch den richtigen Bereich der Brille durchzusehen, Verzerrungen insbesondere im Randbereich, im Vergleich zu Einstärkenbrillen kleinerer optischer Bereich, in welchem scharf gesehen wird, Preis höher als für Einstärkengläser, gelegentlich Schwindel oder Kopfschmerzen v.a. während Eingewöhnungszeit

Die Kommission für Refraktion und Optometrie der ÖOG informiert über Symptome, Diagnose, Ursache und Therapie von Fehlsichtigkeiten:

Symptome

Falls es zusätzlich zu einer Fehlsichtigkeit (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Stabsichtigkeit) etwa in der Lebensmitte zu einer Entwicklung der Alterssichtigkeit kommt, wird ein Text, der gelesen werden möchte, unscharf und verschwommen. Zu Beginn kann dies durch weiteres Weghalten des Textes (Vergrößerung des Leseabstandes) ausgeglichen werden. Mit Fortschreiten der Alterssichtigkeit ist dies jedoch nicht mehr möglich und eine Lesebrille wird erforderlich. Im Falle einer vorbestehenden Fehlsichtigkeit sind deshalb mindestens 2 unterschiedliche Brillengläser erforderlich: eine Brille für die Ferne und eine Brille für die Nähe. Da dies für viele unpraktisch ist, wurden zuerst Bifokalgläser entwickelt (2 verschiedene Brillenstärken in 1 Brille) und im weiteren Verlauf kam es 1959 zur Entwicklung des ersten Gleitsichtglases, welches mehrere Brillenstärken in einem Glas vereint und keine sichtbare Übergangkante wie die Bifokalbrille hat.

Diagnose

Ihr Augenfacharzt / ihre Augenfachärztin stellt Ihre Fehlsichtigkeit und Alterssichtigkeit fest und klärt Sie über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Brillenversorgung auf. Zum Zweck der Untersuchung gibt es verschiedene Lesetafeln für Nähe und Ferne sowie bei Notwendigkeit Geräte zur Feststellung Funktion der Linse (Akkomodationsbreitenmessung, dynamische Skiaskopie, ...).

Ursache

Die Ursachen der Alterssichtigkeit ist ein zunehmender Elastizitätsverlust der natürlichen Linse im Auge. Durch diese Versteifung kann sich die Linse im fortschreitenden Alter zunehmend weniger verformen und deshalb Bilder nur mehr in einer Entfernung scharf abbilden.

Sowohl Umweltfaktoren als auch genetische Faktoren sind zusätzlich Faktoren, die einen Einfluss auf das Auftrittsalter und die Fortschreitungsgeschwindigkeit der Alterssichtigkeit haben.

Therapie

Folgenden Therapien stehen zur Behandlung von Fehlsichtigkeiten zur Verfügung (Fettgedruckt sind jene, welche mehrere Fehlsichtigkeiten gleichzeitig behandeln können):

  • Brillenversorgung (Fernbrille, Nahbrille, Bifokalbrille, Trifokalbrille, Gleitsichtbrille, degressives Nahglas, ...)
  • Kontaktlinsenversorgung (sphärische Kontaktlinsen, torische Kontaktlinsen, Multifokale Kontaktlinsen, OrthoK Linsen, ...)
  • Lasertherapien (LASIK, LASEK, SMILE, ...)
  • Operationen (Linsentausch mit Kunstlinse, Linsentausch mit multifokaler Kunstlinse, AddOnlinse / Zusatzlinse mit multifokaler Kunstlinse, AddOnlinse/ Zusatzlinse mit multifokaler Kunstlinse,...)

Autor: OA Dr. Stefan Heiligenbrunner (Mitglied der Kommission für Refraktion und Optometrie der ÖOG)

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